Sonntag, 21. August 2016

Aprikosenknödel


Aprikosenknödel sind bei uns eine Art Familienessen. Eingeführt durch die österreichischen Wurzeln des Opas und dann vor allem von meiner Oma zubereitet. Das war als Kind schon immer ein Highlight, zu dem die ganze Familie kam, ungeheure Mengen aufgetischt wurden und dann feierlich das Essen zelebriert wurde. Inclusive der Ansage: "Iss, soviel du kannst" und dem Vergleichen der Knödelanzahl. Ich erinnere mich noch, wie mein Opa mit der Menge früherer Zeiten angab und wieviele mein Onkel zu seinen besten Zeiten angeblich verdrückt hat.


Zugleich an dieser Stelle auch gleich eine Warnung: Fixe 5-Minuten-Küche ist das in der Tat nicht. Lohnt sich dafür aber wirklich. Versprochen!
Das Rezept stammt aus den "Perlen der Wiener Küche" von Franz Ruhm. Ein Buch, das es meines Wissens nach, nur noch antiquarisch gibt, das dementsprechend in der Familie gehütet wird. Übrigens auch noch ein Rezept mit Dekagramm - sehr sympathisch.


Zutaten für den Teig:

- 60 Dekagramm/600 Gramm vorgekochte, erkaltete Kartoffeln (Tipp: Am Besten noch welche vom Vorjahr verwenden)
- 12 Dekagramm Weizenmehl
- 8 Dekagramm Weizengrieß 
- 2 Dekagramm weiche Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz

Dies alles zu einem glatten, festen Teig kneten. Auf keinen Fall Wasser hinzufügen! Dann auf einer gut bemehlten (viel hilft viel!) Fläche etwa bleistiftdick auswellen.


Die Aprikosen werden gewaschen und entkernt. Statt des Kernes wird in jede Frucht ein Würfelzucker gesteckt. Anschließend kann der Teig in in etwa 5cm große Vierecke geschnitten werden, in die dann nahtlos eine Frucht eingewickelt wird.
In einem breiten Topf dann leicht gesalzenes Wasser erhitzen und die Knödel für 8 bis 10 Minuten langsam kochen.
Nebenbei aus

- 8 Dekagramm Butter
- 10 Dekagramm Semmelbrösel
- 1 EL Zucker (den lasse ich weg)

feinbraun geröstete Semmelbrösel machen.


Die Knödel abtropfen lassen, mit den Bröseln überstreuen, darüber nochmal Puderzucker streuen und dann nur noch schmecken lassen.
Etwas später im Jahr schmecken die Knödel übrigens auch mit Zwetschgen ganz hervorragend.
Wenn ihr sie macht erzählt doch mal: Wieviele habt ihr geschafft? 


Dienstag, 16. August 2016

Sommerlesen - Kurzrezensionen

Die Geliebte des Gelatiere - Daniel Zahno

Erzählt wird die Geschichte von Alvise, der sich bereits in seiner Kindheit verliebt - in Eis und in Noemi. Beides begleitet ihn auf seinem Lebensweg, von seiner Kindheit, über Studium, Beruf und diverse Liebschaften hinweg. 

Sprachlich kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Klar, schnörkellos und in einem flotten Tempo führt Zahn auf den knapp 200 Seiten durch die etwa 35 Jahre Handlung. Da ist nichts verschwurbelt oder unnötig aufgeblasen, da müssen die Geschmacksrichtungen nicht mit allzu blumigen Vergleichen geschildert werden, da wird straff vorwärtserzählt.

Die erste Hälfte hat mir auch inhaltlich gut gefallen. Venedig wird ganz wunderbar und wie nebenbei geschildert und bildet eine schöne Grundstimmung. Ab der ganzen Durchfallgeschichte und vor allem am Ende war ich dann ein bisschen unzufrieden. Liegt aber vielleicht auch an mir



Ein plötzlicher Todesfall - J.K. Rowling

Nachdem mir die Robert Galbraith Romane so gut gefielen und der neuste Harry Potter Teil gerade in aller Munde ist habe ich mir den plötzlichen Todesfall besorgt und bin am Ende etwas zwiegespalten. 
Vorneweg: Der Roman um die Einwohner der kleinen Stadt Pagford ist keineswegs so schlecht, wie einen die ein oder andere Kritik glauben machen mag. Allerdings fand ich die schiere Anzahl der handelnden Personen und der Verknüpfungen zwischen ihnen zunächst wirklich schwer im Auge zu behalten. Letztlich habe ich die ersten sechzig Seiten nochmal gelesen, ganz klassisch mit Stift in der Hand und einer Liste der Figuren.

Dann lesen sich die rund 570 Seiten aber rasch und entspannt. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Sichtweisen bringt dem Leser jede Figur näher und verdeutlicht das klassische Kleinstadtgewebe.
Allzu freundliche ist die Sicht auf Stadt und Menschen allerdings nicht. Da wird gemauschelt und getrickst, die meisten sind irgendwie unzufrieden. Nichtsdestotrotz macht es Spaß zu lesen, zieht nicht runter. Kurz: Kann man ruhig mal machen.



Unterm Strich waren beide Bücher gut zu lesen, werden wohl aber kaum ins Lieblingsbücherregal wandern und immer wieder durchschmökert werden. Wer zuerst hier schreit darf sie gerne haben. Egal was, sucht euch einen schönen Platz und lest, liebe Menschen. Lesen ist toll!

Montag, 8. August 2016

Zeitungstermine der letzten Zeit

Ich habe immer noch am Spruch einer Freundin zu knabbern, die, als ich einst mit voller Zeitungs-Neulings-Euphorie von meiner Schreiberei berichtete, einmal sagte: "Also ich könnte das ja nicht, das wäre mir zu langweilig." 
Versteht mich nicht falsch, es gibt bestimmt manchmal spannenderes als das 70-jährige Jubiläum von Verein xy, aber derjenige, dessen Job 24/7 nur großartig ist, darf sich als erster bei mir melden. Im Großen und Ganzen kann man nämlich auch bei Verein xy sehr netten Menschen begegnen und mit der richtigen Haltung zu fun facts (Ich steh ja auf sowas. Fun facts sind super! Gestern erst habe ich die Grundlagen der Pferdezucht erlernt.) erfährt man tatsächlich auch dort das ein oder andere. 
Immer mal wieder tun sich aber auch wahre Juwelen auf. Termine, die einem völlig neue Perspektiven eröffnen, die mir Erfahrungen ermöglichen, die ich sonst nicht machen könnte oder die mir Begegnungen ermöglichen, die lange nachwirken. 


Highlight in der Kategorie Action und schreiberische Herausforderung war mein Besuch bei der Bergwacht. Bei zwei möglichen Rettungsszenerien durfte ich als Übungsopfer herhalten. Einmal im abschüssigem Waldgelände, in dem ich ärztlich versorgt und  dann in diesen wundervollen Karren (man kennt vom Skifahren) verfrachtet und hochgezogen wurde. Und direkt im Anschluss am 25m hohen Kletterfelsen, von dem ich erst abgeseilt und dann gerettet wurde.

Es scheint ein kleiner Adrenalin-Junkie in mir zu schlummern. So viel Spaß und hautnahes Abenteuer hatte ich bislang noch bei keinem Termin. Schreiben durfte ich das ganze dann als meine erste Reportage. Definitiv eine schöne Art zu schreiben, würde ich gern mal wieder machen.

Sollten hier zufällig Menschen mitlesen, die jemanden brauchen. der über Reisen oder Abenteuertrips schreibt... Ich hätte Zeit. 
Ich würde dann auch ordentliche Schuhe anziehen. Es war zugegebenermaßen ein bisschen gedankenlos mit Ballerinas zur Bergwacht zu gehen. 




Während ich der Bergwacht uneingeschränkte Vorschuss-Sympathie entgegenbrachte hatte ich bei den Reservisten im Vorhinein doch leise Zweifel. (Im Nachhinein übrigens immer noch. Schön, wenn sich Klischees bestätigen.)

Spaß hatte ich trotzdem. So durfte ich nicht nur (stehend, mit Kopf aus der Luke und Fahrtwind um die Ohren) mit dem Panzer durch die Gegend brettern, sondern hab auch die ersten fünf Schüsse meiner Lebens abgefeuert. Peinlicherweise haben die ersten drei nicht einmal das Blatt gestreift. Die letzten beiden Schüsse, die ich dann (gegen Eitelkeit und für klare Sicht) mit Brille ausgeführt habe, finde ich aber bei aller Bescheidenheit ganz gelungen. 
Long story short: Wenn ich beruflich Sachen machen darf, zu denen man sonst keine Möglichkeit hat, mag ich meinen Job immer noch ein bisschen lieber. 

Mittwoch, 3. August 2016

Cold Brew





Irgendwo in den unendlichen Weiten des Internets bin ich neulich über Cold Brew gestolpert. Kalter Kaffee scheint das Ding der Saison zu sein. Den vollmundigen Versprechungen zufolge schmeckt kalt aufgebrühter Kaffee milder als herkömmlicher Kaffee und hat durch die schonende Zubereitung weniger Säure und weniger Bitterstoffe. Die MA ist endlich abgegeben, die wunderschöne, alte Kaffeemühle meiner Uroma wird eh viel zu selten genutzt. Kurz es gab kein Halten mehr.

Ich habe also

100 gr. Kaffeepulver und
500 ml. Wasser (Leitungswasser oder bei besonders kalkhaltigem Wasser mit stillem Mineralwasser 

gemischt und das ganze 12 Stunden in einem geschlossenen Gefäß stehen lassen. Ich habe Mokkapulver genommen, das grundsätzlich schon runder und weicher schmeckt. Übrigens nicht wundern, das ist richtig, richtig viel Pulver. Nach der Wartezeit dann abfiltern und entweder gleich trinken oder ein paar Tage in den Kühlschrank packen.



Ich habe mal wieder festgestellt, dass ich eigentlich keinen Kaffee mag, der nicht zu mindestens zu 75% aus Milch und Zucker besteht. Ich bin also definitiv nicht die richtige Versuchsperson. Alle anderen waren aber tatsächlich sehr angetan. Kaffeeliebhaber schmecken wohl tatsächlich einen Unterschied zwischen zu heiß gebrühtem Kaffee. Der Naturwissenschaftler meines Vertrauens hat sich die gesamte Kanne gesichert und dann empfohlen für die weiteren Versuche ein Laborjournal anzulegen und dort genau zu protokollieren, wie sich unterschiedliche Kaffeesorten auf den Geschmack auswirken.

Unter streng wissenschaftlichen Versuchsbedingungen wurde also ein zweiter Versuch mit Espressopulver gestartet. Funktioniert, trotz gegensätzlicher Stimmen, auch hervorragend. Weil wir schon und korrekte Ausführung des Experimentes bemüht waren kann ich hier auch verkünden, dass beim zweiten Versuch etwa 300 ml übrig blieben. Eiswürfel und Sojamilch haben wir als perfekte Kombipartner gekürt. Vor allem die süße Vanillenote der Sojamilch macht sich gut. Dann müsst ihr euch nur noch in den Schatten des nächsten Schmetterlingsflieders legen, dem regen Flattern zuschauen und möglichst wenig bewegen, um jegliche Schwitzigkeit zu vermeiden. 




Samstag, 9. Juli 2016

Strawberry fields, Frage und twitter

Schon jetzt liegt die Erdbeerzeit in ihren letzten Zügen. Daher noch schnell ein paar Bilder vom Pflücknachmittag mit der Lieblingsnachbarin und dem Limettenkuchengelage.
Weiß irgendwer da draußen, warum man von Erdbeerfeldern so komischen Ausschlag bekommt? Lauter rote Punkte, die jucken wie bescheuert. Liegt das an den Blättern, an den Spritzmitteln oder an was ganz anderem?



In zehn Tagen muss die Masterarbeit, an der zumindest die weitere akademische Karriere hängt, fertig und abgegeben sein. Die unglaublich kreative Wahl der Erdbeerfeld-Ohrwurms spricht wohl für sich. Das Hirn ist ausgewrungen, sämtliche ungenutzten Winkel sind mit nackter Angst besetzt. In diesem Sinne werde ich an dieser Stelle auch mal weiterarbeiten gehen ;)




Seit einiger Zeit bin ich auch bei twitter unterwegs. Ihr findet mich unter gudrunella. Mal schauen, ob ich den Bruder bestechen kann mir eine direkte Weiterleitung einzubasteln oder ob ich mich selber drum kümmere, wenn die Zeit wieder da ist. Kommt auf jeden Fall.
Bis dahin liebe Menschen: Esst noch die letzten Erdbeeren!



Montag, 13. Juni 2016

12 von 12 - Premiere

12 von 12 lese ich schon lange auf verschiedenen Blogs mit, bin aber wie fast immer enorm kommentierfaul, obwohl ich wenig so spannend finde wie ganz normalen Alltag. Ohne noch mehr Vorgeplänkel hier nun mein Tag - klassischer Wochenend-Zeitungstag. 


Der Sonntag begann mit Regen. Und nachdem ich am Abend zuvor noch weg war und erst kurz nach drei tatsächlich im Bett befand ich es für dringend notwendig mich einfach nur umzudrehen, einzukuscheln und weiterzuschlafen.


Mehr als ein kurzer Zwischenstopp beim am Frühstückstisch war dann leider auch nicht mehr drin. Wer zwei Zeitungstermine hat muss gut zwischen Frühstück und Schlaf abwägen.


Semi-spannende Eröffnung des Tags des Gartens. Ging immerhin schnell vorüber. Seit mehr als einem Jahr hopfe ich ja inzwischen auf den verschiedensten Veranstaltungen rum und begegne so mindestens aller zwei Wochen dem Oberbürgermeister, der sich gestern aus heiterem Himmel einfach  vorstellte. Das war leider dermaßen unerwartet und absurd, dass ich leider nur wortlos zurücklächeln konnte. 


Zweiter Termin: Indiensonntag. Zwei Stunden nach Beginn einlaufen, Terminplanungskünste des Chefs bewundert aber immerhin noch einen recht spannenden Vortrag des indischen Sozialarbeiters über seine Arbeitsbedingungen mitgenommen.


Bei Curry fleißig mitgeschrieben. Gepriesen seien Termine mit Verpflegung.


Heimgekommen und nur noch ein bisschen Salat mitgemümmelt.


Katze um ihren Mittagsschlaf beneidet. Stattdessen mit Kaffee motiviert und den ersten Drängel-Anruf aus der Redaktion entgegengenommen. 


Drei Artikel verfasst und das Internet verflucht, dass pro Bild etwa eine Viertelstunde zum Versenden braucht.


Also alle Dateien auf einen Stick gepackt und mit der neuen fest & flauschig Folge im Ohr in die Redaktion gefahren. Lucky you, Telekom. Ohne Podcast hätte ich böse Mails im Kopf vorformuliert.


Mit einer Folge Gossip Girl ins Bett entschwunden. Letzte Woche angefangen, nachdem ich irgendwie zuvor nie richtig reinkam. Dann erst einen heftigen Dan-Crush entwickelt und jetzt mit dieser albernen Mordsache eigentlich schon wieder keine Lust mehr. Nach zehn Minuten bin ich eh eingeschlafen. 


Um neun bin ich wieder aufgewacht. Lange und späte Mittagschlafzeiten sind nicht besondern sinnig.  Der morgendliche Dusch-Stop fiel der Hektik zum Opfer und weil sich noch ein spontaner Besuch ankündigte wurde das dann noch nachgeholt.


Letzter Stop des Tages: Besuch am Bahnhof einsammeln. 

Mittwoch, 8. Juni 2016

Zeitungsgeschichten - Es menschelt

Am Ende jedes Monats erstelle ich für die Zeitung immer eine Auflistung aller gefahrenen Kilometer. Meist sitze ich am Ende da und bin ganz erstaunt, was sich in vier Wochen so alles angesammelt hat und wie viel ich unterm Strich tatsächlich gearbeitet habe. Außerdem fühlt es sich jeden Mal wie eine Mini-Zeitreise im Schnelldurchlauf durch den vergangenen Monat an.
Noch krasser ist dieses Gefühl übrigens, wenn ich ca. aller drei bis vier Monate den wachsenden Zeitungsstapel aussortiere und beim Lesen der Artikel sich direkt das Gefühl des jeweiligen Termins einstellt und die Begegnungen und Unterhaltungen wieder direkt vor einem stehen.

Mein absolutes Highlight des Mais war ein Mann, der mir (weil ich zu langsam für ein gutes und wichtiges Photo war) superschnell und vor allem superlieb seines zur Verfügung gestellt hat. Dieses Gefühl zu wissen, man hat das eine Motiv des Termins verpasst, ist wirklich mehr als unangenehm. Dummenglück, habe ich später meiner zuvor schon zugejammerten Mama gesimst, als ich noch beim Termin bereits die Mail im Postfach hatte.



Ebenfalls ein denkwürdiger Termin war bei einer "Service-Organisation berufstätiger Frauen." Selten erlebt man den Unterschied zwischen berufstätig und arbeitend so hautnah. Berufstätig sind die oberen Zehntausend - Lokalzeitungstippse ist, wie sämtliche anderen niederen Tätigkeiten, übrigens nur arbeitend. Die Ladys, die etwa mit dem Rotary Club oder dem Lions Club vergleichbar sind haben zehnjähriges Club-Jubiläum gefeiert. Elf Mitglieder, zwei davon promoviert, eine adlig - alle biestig. Mit Gästen war das eine Gesellschaft von etwa 100 Frauen - darauf verteilt ca. 10 Dosen Haarspray, ein halber Liter Botox, der Lebensertrag von drei Perlentaucher und Funkelsteinchen noch und nöcher.
Wohltätigkeit, Netzwerken und Frauen voranbringen sind die Themen, die da zu beackern sind. 
Selten hab ich Frauen gesehen, vor allem in der Menge, die es den ganzen Abend schaffen zu schauen, als ob sie gerade in eine Zitrone beißen. Musikalische Beiträge (auch und vor allem gute) wurden konsequent mit Gesprächen begleitet und ein "Schon sehr laut, oder?" mit hochgezogenem Mundwinkel scheint eines der höchsten Komplimente zu sein. 

Dafür waren Essen und Ambiente vorzüglich, dank einer Vorwarnung meines Chefs hatte ich mich ebenfalls ins chice (und im Laufe der Völlerei am Bauch etwas straff-sitzende) Kleid gezwängt und dank meiner Oma am Wochenende zuvor ein paar geerbte Perlen aufgefädelt. Nach über einem Jahr Zeitung lasse ich mich inzwischen auch nicht mehr einschüchtern, grinse in mich hinein, schreibe im Geist einen Artikel und genieße ansonsten das Essen.
Am Ende des Abends habe ich tatsächlich noch eine nette Gesprächspartnerin ausfindig gemacht, die mich in sämtliche Kleinkriege und Streits innerhalb der Gemeinschaft eingeweiht hat und mir sogar die zu erwerbende Tischdeko geschenkt hat. 

Unterm Strich: Ein schöner Monat, schöne Begegnungen, lehrreiche Begegnungen (auch wenn ich jetzt fleißig lästere haben diese Clubs wahrscheinlich nicht nur ihre Berechtigung, sondern sind in gewissen Kreisen und Positionen wahrscheinlich ganz sinnig - Man erleuchte mich an dieser Stelle bitte mit Insiderberichten), es bleibt nur eine Frage:
Wie handhabt man das denn mit Essen und Getränken? Auf dem Programm der Ladys stand Getränke sind selbst zu tragen, der Rest ging bereits über die Anmeldegebühr.
Was davon zahlen denn studierende Nachwuchs-Schreiberlinge ohne nennenswertes Einkommen?


Dienstag, 24. Mai 2016

Bei mir piepts


Seit ewigen Ewigkeiten dödeln diese Bilder fertig bearbeitet auf meinem Laptop rum und warten nur noch auf den ergänzenden Text, um endlich online zu gehen. Etwas weniger lang hängen die Originale auch schon an der Wand und machen die schwarz-weiß Fraktion an meiner Wand ein bisschen frühlingsbunter.
Erinnert sich noch jemand, wie ich vollmundig einen Wechsel der Bilder nach Neujahr angekündigt habe? Da dürfen jetzt alle gern herzhaft drüber lachen. 


Mit meinen Babysitterkindern singe ich gerade täglich "Alle Vögel sind schon da" und auch sonst erschienen mir die kleinen Piepmätze mit ihren zarten Farben und dem energischen Gezwitscher , das sie vor dem Fenster veranstalten, perfekt für die ersten, warmen Tage und das sprießende Maigrün.

Die Motive selbst habe ich vor Ewigkeiten mal bei Pinterest (siehe Seitenleiste) entdeckt und wie schon bei der Blume aus dem verlinkten Post beschlossen: Das Geld spare ich mir und male einfach selber. (Kein Geiz, gell!) In anderen Worten: Gnadenlose Überschätzung meiner malerischen Skills. Ich war zwar enorm stolz, als es ab dem fünften Versuch tatsächlich wie ein Vogel aussah - die vorherigen Varianten zählen wohl nur unter Evolution - aufgehängt habe ich die Exemplare meiner vielfach begabteren Mama, die einfach so hübsche Vögel für mich gemalt hat. Beneidenswert



Stattdessen habe ich mich auf die Germanisten-Basis-Fähigkeiten besonnen, meinen besten Versuch genommen, mit dem folgenden Gedicht versehen und an die Türe gehängt. Nicht die schlechteste Botschaft, um das Haus zu verlassen und in einen Tag/Arbeit oder neue Begegnungen zu starten:

"Nicht müde werden
sondern dem Wunder
leise
wie einem Vogel
die Hand hinhalten."

(Hilde Domin)


Dienstag, 3. Mai 2016

Bärlauchspätzle

Hier hab ich schonmal von den frühlingshaften Schlemmereien erzählt. Und auch wenn Zeit nach wie vor Mangelware ist und ich im Privatleben nur noch am Absagen verteilen und vertrösten bin, versuche ich Bärlauch und Spargel ein bisschen Platz einzuräumen. 


Im Idealfall schaffe ich es noch während der Bärlauch-Saison das Rezept für die Bärlauch-Maultaschen einzustellen. Auf jeden Fall hier noch schnell für die letzten paar Tage sehr leckere und sehr grüne Spätzle. Glücklicherweise haben sowohl meine Großeltern, als auch meine Eltern eigenen Bärlauch im Garten. Wer dieses Luxus nicht hat wird im Wald oder im Supermarkt aber auch fündig. Seid aber vorgewarnt, es schmeckt ein bisschen wie Knoblauch. Nach einer Pesto-Eskalation vergangene Woche bin ich zumindest lieber am heimischen Schreibtisch geblieben, statt die Bib zu verpesten. Aber enorm lecker, also ran an die Töpfe.


Vermutlich kann man die Menschheit ja in Rezept-Kocher und Freihand-Kocher einteilen. Ich bin definitiv die zweite Variante, daher folgen nun etwas krumme Werte. Aber wenn ihr da draußen eh auch aus dem Handgelenk mischt, dann stellt das für euch ja hoffentlich kein Problem da ;)

570 gr. Mehl 
100 gr. Gries
250 ml. Wasser
4 Eier 
2 TL Salz
100 gr. Bärlauch

Bärlauch einfach ordentlich mixen und dann mit unter den Teig mischen, der dann diese hübsche Färbung annehmen sollte. 
Je nach persönlicher Spätzle-Vorliebe kann der Teig dann in kochendes Wasser gedrückt/geschabt werden, bis die Nudeln hochsteigen. Dann mit einem Schaumlöffel (ratet mal, wer eben mit massiven Wortfindungsschwierigkeiten versucht hat Sieblöffel zu googeln, um irgendwie auf die richtige Bezeichnung zu kommen...) die Nudeln einsammeln und in eine bereitgestellte Schüssel mit Wasser füllen.


Bei mir gab es dann in absoluter Freestyle-Manier eine leckere Sauce aus allerlei Käseresten, die der Kühlschrank noch ausspuckte. Dazu habe ich in eine Mehlschwitze Milch und eine Mischung aus Parmesan, Emmentaler und einem streng-riechenden Bergkäse gegeben und das Ganze mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss gewürzt. Die Spätzle hinein geben, bis sie alle gleichmäßig angefeuchtet sind und dann kann's auch schon losgehen. 
Guten Appetit!


Mittwoch, 6. April 2016

Ostern, die Zeitung, das Leben, Schlemmereien



Long time no see, irgendwie tobt gerade das echte Leben, da bleibt wenig Zeit und Energie hierfür übrig. Nun ja, hier bin ich wieder. Zum Reinkommen mit Bildern. Bisschen wie ein Comic statt  eines kryptischen Buches in Schriftgröße 4 auf hauchdünnen Papier.



Ostern (und überhaupt Feiertage, Wochentage, Alltagsbelohnung im weitesten Sinne) sind im Hause gudrunella ja eine willkommen Ausrede, um sich den Bauch vollzuschlagen. Zum Beispiel mit Bärlauch-Käse-Spätzle. Oberleckeres Zeug! Rezept folgt noch. Giftgrünes Essen, das lieblich nach Knoblauch duftet, wer schreit da nicht sofort Hunger und Nachschlag?!
Wahrscheinlich Menschen, die nicht noch ein bisschen Platz für Torte lassen müssen.
Das untere ist übrigens ein nach-österlicher Einblick in die slowakischen Ostertraditionen. So schade, dass mein Nachbar quasi kein Deutsch und ich definitiv kein Slowakisch kann. Seine Küchen-Skills sind auf jeden Fall hervorragend. Kennt sich da zufällig jemand aus und mag mir erzählen, was genau das alles ist?!




Meine erste Karfreitags-Prozession war einer von drei Zeitungsterminen, die über die Feiertage anstanden. Aber allesamt sehr schön und noch viel viel schöner: Zwei davon wurden mit Titelbildern gedruckt. Somit habe ich insgesamt schon drei Titelbilder! Bei meinem ersten war ich noch ohne Abo und musste vor lauter Stolz und Freude erstmal die Kiosk-Frau belästigen: "Sehen Sie das? Mein Bild, hab ich ganz alleine gemacht. Mein allererstes Titelbild." Die Arme, wusste gar nicht, was sie sagen sollte angesichts der crazy Lady, die wie ein Flummi mit der Zeitung wedelt.
Neben unanständiger Völlerei und Arbeit blieb netterweise auch noch Zeit zum Brunch mit lieben Freundinnen, die sogar eine Süßigkeitensuche organisiert hatten und ein bisschen faulem Rumgelese. Der zweite Joachim Meyerhoff ist durch, bei Frisch bin ich mittendrin. Das Thema ist nicht ganz einfach, da muss man schon in der Stimmung für sein.




Inzwischen hat mich der Schreibtisch wieder - nur ab und an führt der Weg über den Campus hieran vorbei. Jeden Tag ab neun in der Bib sitzen und manisch Bücherstapel durcharbeiten, bis am Ende des Tages der Kopf braust. Komisch, wie schnell die Zeit vorbei geht und wie wenig am Ende des Tages dennoch effektiv geschrieben ist. Wenn wir schon dabei sind: Warum endet man am Ende unweigerlich immer bei Freud, Foucault oder Platon? Darüber sollten wissenschaftliche Arbeiten geschrieben werden.