Mittwoch, 19. Juli 2017

Fruchtige Linsensuppe



Momentan ist es ja wieder sehr, sehr warm und das Baby und ich verbarrikadieren uns hinter geschlossenen Fenstern und Rolladen, um nicht völlig zu verschmachten. Letzte Woche sah das noch ganz anders aus. Ich mag ja dieses tolle Licht nach dem Regen und gegen den dunklen Himmel und genieße auch im Juli den ein oder anderen Tag ohne Bruthitze. Zumal der Appetit dann auch zu mehr als Wassermelone und Eis reicht. So gab es letzte Woche Linsensuppe, die zwar von innen wärmt aber trotzdem nicht nach trüben Wintertagen schmeckt sondern den Sommer auf den Teller bringt. Das Geheimnis sind die Tomaten (frisch und getrocknet), die dem ganzen zu fruchtiger Leichtigkeit verhelfen.


1 Zwiebel und
2 Knoblauchzehen in etwas
Olivenöl anbraten.

10 getrocknete Tomaten schneiden und hinzugeben. Dann noch weiter
5 frische Tomaten und
2 Karotten (beides in Stückchen) hinzufügen. Mit
1 l. Wasser ablöschen.
1 großer El Kokosmilch
1 El Tomatenmark und
1 Tl rotes Curry hinzufügen.

Mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken. Dann nur noch pürieren und mit Petersilie und Feta (ohne wäre es vegan) anrichten.
Guten Appetit.


PS: Bei uns gab es zum Nachtisch noch Waffeln. Passt hervorragend, zumal man im Wafffelteig die angebrochene Kokosmilch unterbringt.
Und haben wir nicht absolut abartige 70er-Jahre Tischsets nebst passendem Geschirr? Eine Freundin von mir hat ein komplettes Bad in diesem Gelbton. Auf Sanitärmenschen-Deutsch nennt sich die Farbe übrigens "Curry".

Mittwoch, 12. Juli 2017

12 von 12 im Juli

Der 12. Juli im Hause gudrunella war ein schöner, entspannter Alltagstag. Leider etwas viel Bauchweh für den kleinen Menschen aber inzwischen liegt er zufrieden auf seiner Decke und grunzt vor sich hin. Mehr Einblicke finden sich wie immer hier bei Draußen nur Kännchen.


Offensichtlich zu lange geschlafen bevor ich den morgendlichen Windelwechsel vollzogen habe. Sorry Baby, aber du hast auch gepennt.


Sauberer kleiner Mensch und kurz darauf auch ein sauberer großer Mensch. Zum ersten Mal ein Geschenk einer lieben Freundin ausprobiert. Riecht sehr lecker und unaufdringlich.


Etwas Wärme auf den kleinen Bauchwehmenschen gelegt.


Zu einem Zeitungstermin gefahren.


Dort mit dem Klassiker der schwäbischen Gastfreundschaft entlassen worden: Die halbe Butterbrezel

Daheim einen äußerst erfreulichen Anruf des Chefs entgegengenommen, der mir meine erste große Reportage angeboten hat. Zum Glück habe ich einen Onkel, der sich in puncto Bienen enorm gut auskennt. Der Seuchenmann ist übrigens nur der Seuchenschutzbeauftragte mit dem ich neulich schon über Winterverluste und Milben gesprochen habe.


Den Kindergeldantrag eingetütet.


Den kleinen Menschen umgeschnallt, damit ich mit zwei freien Händen die to-do-Liste abarbeiten konnte.


Umstandsklamotten (ich bin Expertin darin mit zwei Shirts und einem Kleid durch eine Schwangerschaft zu kommen!) und die bereits zu kleinen Babystücke (bis zum hoffentlich nächsten Mal) aussortiert. Aus meinem Minibaby wurde einfach ein Riesenbaby und ich bin hochgradig sentimental. 


Brotteig vorbereitet und in den Gärkörbchen zur Ruhe gestellt.


Kräuterblut für mich. Vitamin D für den kleinen Menschen.


Futter zum Tippen während im Brot das Ofen duftet.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Noch mehr Babycontent

Gerade liegt der kleine Mensch auf dem Sofa, sieht unfassbar winzig und niedlich aus und schläft ganz alleine. Das ist vor allem deswegen bemerkenswert, weil er seine restlichen Schlafeinheiten heute in letzter Zeit auf mir eingenommen hat. Und glaubt mir, liebe Leute. So richtig warm ist einem im Sommer ja erst mit so einem Ofen auf der Brust. Zum zweiten verdient dieser Umstand eine gesonderte Erwähnung, weil ich trotz schmerzender Oberarme von einem zweistündigen Tragemarathon mit einem kleinen Bauchwehbaby schon wieder Sehnsucht habe und direkt weiterschmusen möchte.


Offensichtlich bedarf es weiteren Babycontents, bevor ich mich wieder profaneren Themen zuwenden kann. Daher ohne weiteren Zusammenhang Dies und Das aus dem Babyleben:

  • Vor dem Fenster steht ein riesiger Regenbogen. Den letzten habe ich am Abend vor der Geburt gesehen, als ich den Kreißsaal bezogen habe.
  • Dass mein Kind in meinen Augen selbstverständlich das schönste, liebste und überhaupt weltbeste Kind ist überrascht wohl wenig. Was mich allerdings wirklich immer wieder ins Staunen versetzt ist dieser absolute Autopilot, den Körper und Geist auf einmal fahren. Im Grunde genommen ja schon in der Schwangerschaft, aber besonders bei der Geburt und nun den ersten Wochen merke ich es immer mehr. Nicht nur, dass der Körper unaufhaltsam darauf hinarbeitet den kleinen Menschen zur Welt zu bringen, egal ob man zwischendurch gern aussteigen und aufhören möchte oder nicht, genauso zielstrebig werden danach die Kleinen-Mensch-am-Leben-erhalten-Triebe in Gange gesetzt. Innerhalb kürzester Zeit wurden Stillen, Wickeln und Kümmern zu den natürlichsten aller Tätigkeiten. Und obwohl es einerseits der reine Instinkt ist und beinahe vollständig auf Bauchgefühl und Intuition basiert weiß ich sehr wohl, dass es ein großes Glück ist, so leicht in die neue Rolle hinübergeeilten zu können.
  • Nächte mit kleinem Mensch auf dem Bauch sind um ein Vielfaches erholsamer und schlafreicher als Nächte mit kleinem Mensch im Bauch. Warum auch immer einem vor einer Geburt so gern geraten wird die letzten, ruhigen Nächte noch zu genießen. In meinem bzw. unserem Fall (so wie alles nur für uns gilt und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit genießt) sind Babynächte bislang (toitoitoi - ich will ja nichts beschreien) wirklich angenehm. Wir wachen meist gleichzeitig auf, der kleine Mensch wird im Halbschlaf angedockt und kurz darauf schlafen wir schon wieder weiter. Das darf so bleiben, bitte.

Dienstag, 30. Mai 2017

Last-minute Artikel und Rentiersocken



Gestern habe ich für einen Artikel über eine diamantene Hochzeit ein älteres Ehepaar besucht und wie immer muss ich inzwischen fast aufpassen, dass die Leute mich nicht mehr über die Schwangerschaft ausfragen als von sich selbst zu erzählen. Verabschiedet wurde ich unter anderem mit: "Sie arbeiten wohl auch bis direkt zum Termin. So war das bei uns damals auch. Bis um sechs am Abend haben wir Heu gemacht und um zehn war dann unsere Tochter da." 
Meine Güte, ich bin so voller Bewunderung für die ganzen tapferen Frauen, die das früher alle so gemacht haben. Ein bisschen bei Terminen rumsitzen und danach auf dem Sofa schreiben ist wirklich ein Klacks gegen sowas.


Damit das nicht zu langweilig wird überrascht mich mein Chef in letzter Zeit sehr gerne mit last-minute-Terminen. Ende April bin ich erst im Schweinsgalopp zum Kleiderschrank gesaust, um innerhalb von fünf Minuten ein Outfit für einen Termin mit dem König von Benin zu finden. Der Oberknaller war aber, als ich am letzten Montag in Jogginghose, verstrubbelt und ungeschminkt gerade kochend in der Küche stand.
13:51: Anruf Chef. Frau g sind Sie da? Um 14:00 kommt der Bundestagsabgeordnete xy und besucht ein soziales Projekt...
13:52: Frau g schält sich aus der Jogginghose. Immerhin etwas. Der Rest muss bleiben, wie er ist. Der Herd wird ausgeschalten und stattdessen ein Notfall-Müsliriegel geschnappt.
13:55: Abfahrt
14:10: Ankunft beim Termin. Große Augen bei allen Beteiligten, woher denn jetzt noch die Pressetrulla kommt und warum sie zu spät ist.
14:11: Die Pressetrulla merkt, dass sie in der Eile keinen Stift eingesteckt hat. 
Das war tatsächlich eine der Gelegenheiten, bei denen ich die Vorzüge des Alters merkte. Noch vor ein paar Jahren wäre mir das alles entsetzlich unangenehm gewesen. Heute bitte ich um einen Stift und Entschuldigung für die Verspätung und das wars.


Nichtsdestotrotz kommt das rumgammeln und Eis essen nicht zu kurz. Damit ich mich dabei nicht zu faul fühle bin ich in die Sockenproduktion eingestiegen. Den Anfang machten diese jahreszeitlich so wundervoll unpassenden Rentiersocken, die sich die kleine Schwester ausgesucht hat. Zur Strafe musste sie als Beinmodell herhalten, ohne Rücksicht auf die Temperaturen. Macht sie aber gut, oder? Das Muster ist dieses, das sich super stricken ließ, Sollte ich sie nochmal machen würde ich aber keine so krassen Farbunterschiede mehr aussuchen. Das dunkle Grau schimmert doch ziemlich durch.  Damit der kleine Mensch nicht zu kurz kommt bekommt er noch ein paar Restesöckchen in weiß.


Für alle weiteren Fragen, ob das Baby schon da ist: Bitte hier klicken ;)


Samstag, 13. Mai 2017

12 von 12 Mai

Long story short: Gesammelt wird hier. 12 Bilder aus ganz unterschiedlichen Tagen. Ich mache mich jetzt auf eine Stöberrunde auf.


04:19 - zweite, nächtliche Tour zur Pipibox und weil ich schon wach bin kann ich gleich nochmal den spannenden Bauch eincremen und neues Wasser besorgen


Gepriesen seien die Bundeswehr-Unterhemden. 


Ein Grußwort und ein Artikel wollen geschrieben werden. Gestern haben zwei Philosophen, davon einer AfD-Politiker über offene Gesellschaft und Leitkultur debattiert. Karl Popper, Ernst-Wolfgang Böckenförde, Heraklit, Hegel und Hobbes auf 400 Worten unterbringen und dann bitte noch möglichst neutral. Pffff, kostet Zeit und Nerven.


Zwischendurch: Quellstück mit Dinkelflocken angesetzt


Gnocchi und Spargel in Bärlauchbutter


Das eben angekommene Packet ausgepackt.


Call me Getränkegirl. Nachdem endlich der elendige Artikel weg ist gibt es ein Päuschen. Rechts der eben neu gelieferte Himbeerblättertee. In der Mitte die Tasse des Grauens.


Mit der Cousine auf ein Eis und einen Spaziergang getroffen. Geschichten aus dem Leben einer Abiturientin gehört. Gar nicht so undankbar ums Alter gewesen. 


Unter scharfer Beobachtung...


Rhabarber geerntet und direkt im Anschluss zu ofengeröstetem Kompott verarbeitet.


Das (neue) Brot in den Ofen geschoben, das laut Rezept eigentlich Tontöpfe erforderlich macht. Ich bin gespannt.


Schnell noch den Wecker für die Brotretter gestellt und gen Stadt und Vergnügen losgezogen.



Donnerstag, 4. Mai 2017

Aufgebraucht oder guilty pleasure

Es gibt ja Menschen, die sagen von sich, dass sie vor allem deswegen gern Lokalzeitungen lesen, weil sie da merken, dass die Welt im Grunde noch ziemlich heile ist. Mein ach-im-Grunde-ist-alles-in-Ordnung-Vergnügen sind YouTube-Videos von Beautygirls und Schminkblogs. Wenn man ehrlich ist, ist es einfach unfassbarer Luxus sich mit Cremes und Salben, Pasten und Seren, Pudern und Ölen zu beschäftigen. Zumal das Format, dass 16-Jährige Produkte in die Kamera halten schon hohes guilty pleasure Potential hat. Besonders gern und besonders staunend verfolgte ich Aufgebraucht-Videos. Es ist einfach unfassbar, wie viel diese Mädels benutzen müssen, um diese Menge an aufgebrauchten Produkten zu haben.


Offensichtlich kann ich mich da ausgiebig drüber wundern. Beste Voraussetzungen für einen Selbstversuch. Als sich Anfang des Jahres abzeichnete, dass über kurz oder lang diverse Produkte das Zeitliche segnen werden, habe ich begonnen zu sammeln. An sich sieht das ja nun doch nach einer ordentlichen Menge aus. Ich habe aber spaßeshalber auch mal rekonstruiert, wie lange ich die Sachen benutzt habe. Damit relativiert sich Menge sehr schnell. Erstaunlich, wie lange das Zeug haltbar ist. Und erstaunlich, dass alles auf einmal leer ging.


Also ich (2010) angefangen habe zu studieren habe ich mir die erste Flasche 0815-Bodylotion gekauft. Das wardie zweite. Mehr muss man nicht sagen. Wurde, wie der Rest wohl auch, vor allem deshalb leer, weil ich in steter Schwangerschaftsstreifenangst inzwischen tatsächlich regelmäßig schmiere. Die Öle sind ebenfalls schon lange Begleiter. Wenn ich mit recht entsinne habe ich das Weleda-Öl seit etwa vier Jahren...


Das Reinigungsöl habe ich im März 2016 gekauft, habe es also ein Jahr lang benutzt. Das pai-Öl stammt sogar aus dem März 2015. Übrigens ist das der heilige Gral, was Gesichtspflege angeht. Die Maske habe ich im Urlaub 2014 gekauft. Himmel, merkt ihr, dass ich nicht nur ewig an einer Flasche hänge, sondern bei den meisten Sachen auch noch rekonstruieren kann, wann ich sie gekauft habe? 


Die Lippenpflege habe ich im Januar 2015 von Freundinnen zum Geburtstag bekommen. Bei den Handcremes versagt die Erinnerung. 
Heute morgen habe ich den ganzen Krempel nun endgültig entsorgt. Vielleicht gönne ich mir später zur Belohnung noch ein kleines Video. Zuerst muss ich mich aber noch eine Weile wundern mit was für unwichtigen Infos ich mir unnötigen Hirnspeicher vollgestopft habe.
Gibt es irgendjemanden, der das auch so macht? 

Donnerstag, 27. April 2017

Brotstandard und Standardbrot


Vorgestern hat mich der Zeitungsjob zu einem Vortrag über Darmgesundheit und Ernährung geführt, in dem für ein paar kurze Momente mein aktuelles Brotbackfieber in akuter Gefahr war. Grundsätzlich wird ja von großen Mengen Getreide (die der Deutsche dank zweier Bortmahlzeiten so verdrückt) eher abgeraten, weil Getreide wohl aufgrund der Schalen nicht gut verdaut werden kann. In blühenden Farben wurden die schrecklichen Folgen von Parkinson bis zu MS geschildert und ich wurde immer kleiner auf meinem Sitz, bis zum erleichterten Aufatmen. Einzige Ausnahme ist angeblich selbst gebackenes Natursauerteigbrot, eben weil es so lange dauert und durch die langen Quell- und Garzeiten die Hüllen und schwer verdaulichen Stoffe abgebaut werden. Puh, Glück gehabt.


Denn nach wie vor ist die Brotback-Begeisterung ungebrochen und spätestens aller drei Tage wird hier frisches Brot aus dem Ofen gezogen. Dem voraus geht meist akribisches Durchforsten des Internets und die Suche nach dem neusten Rezept sowie anschließendes Bemuttern des Teiges. Stündliches Begutachten des Sauerteiges und fünfminütliche Spaziergänge zum Ofen, um das Aufgehen und Einreißen des Brotes zu beobachten sind leider nur wenig übertrieben. Und dann der beste Moment: Das krachende, frische Brot anschneiden (meist noch etwas zu warm, daher auch die Röllchen am Anschnitt), schnuppern, befühlen und probieren. Gutes Brot braucht nichts mehr als Butter, um mich in den Foodhimmel zu befördern und um Scheibe um Scheibe zu schrumpfen.
Der Brotstandard hat sich gewandelt. Sollte aus Zeitmangel doch einmal ein Bäckerbrot auf den Tisch kommen rümpfe ich inzwischen verächtlich die Nase. Meine sind besser. 


Als eines der am häufigsten gebackenen Brote hat sich sehr schnell dieses rustikale Bauernbrot nach einem Rezept des großartiges Plötzblog entwickelt. Es ist einfach in der Zubereitung, schmeckt hervorragend und hat wenig gemein mit dem labbrigen Brot, das man sonst so antrifft. Meist mache ich die doppelte Menge. Neulich habe ich eine gute Portion Kümmel zugegeben und es macht sich auch als Kümmelbrot hervorragend! 

Sauerteig (20 vor Weiterverarbeitung ansetzen und bei Raumtemperatur reifen lassen)
100 gr. Roggenvollkorn
50 gr. Roggen 1150
150 gr. Wasser
15 gr. Anstellgut

Hauptteig
Sauerteig (von oben)
200 gr. Roggen 1150
100 gr. Weizenmehl 1050
175 gr. Wasser
9 gr. Salz

Den Hauptteig fünf Minuten auf niedrigster Stufe und weitere zwei Minuten auf der nächsten Stufe zu einem Teig kneten lassen. 90 Minuten Teigruhe, nach 45 Minuten ausstoßen. Dann rundwirken und mit Schluss nah unten in gut bemehlte Gärkörbchen setzen. (Mir fällt jetzt erst auf, dass ich mit Schluss nach oben backe. Spannend, muss ich mal ausprobieren, ob Schluss nach unten etwas verändert.) Nochmals 45 Minuten Gare, dann 50 Minuten mit Dampf von 250 ℃ auf 220 ℃ fallend backen. 

Mittwoch, 19. April 2017

Blick heben!

Wie es sich für gute Arbeitnehmer gehört bin ich erstmal krank in Ferien und Mutterschutz gestartet. Geplant war ja eigentlich stricken, Eis essen und Terrasse. Stattdessen wurde es jetzt Schnee (ungelogen), Kräutertee und so massive Heiserkeit, dass Tippen aus mehreren Gründen eine gute Idee ist. Wie immer ist es ein bisschen komisch nach langer Zeit wieder zu schreiben, aber da müssen wir jetzt alle durch.  


Neben krank und Arbeit war einer der größten Zeitfresser der letzten Wochen der Geburtsvorbereitungskurs. Die ehemalige Babysittermama hat mich ganz erstaunt gefragt, warum ich mir das antue, sie wäre Amok gelaufen. In der Tat manchmal weiß man nicht, ob man lachen, weinen oder wegrennen möchte. Es gibt tatsächlich Frauen, die ihre Sätze mit "Als wir dann wussten, dass wir schwanger sind..." beginnen. Übrigens sind das auch die Frauen, die völlig ungeniert eine Familienpackung Essiggurken auspacken und während des Diaabends (jawohl liebe Leute, da wird die allermodernste Technik ausgepackt) wegsnacken. Den Naturwissenschaftler inspirierte das in der Pause übrigens zum Geständnis er habe das Schwangerschaftsklischee schlechthin - Essiggurke mit Nutella - ausprobiert. Wollt ihr raten, ob er es lecker fand?
Es wurden Ultraschallbilder rumgereicht, 14 Frauen saßen bauchreibend auf Bällen und wir haben "unsere Scheiden wie Seerosen erblühen" lassen. Kann man alles machen, kann man aber auch getrost drauf verzichten, wenn ihr mich fragt. Aber immerhin neues Lebensziel: Einmal im Leben die Coolness besitzen um in einem Raum voller Menschen zu spazieren und statt dem altmodischen "Hallo" sagen "Können wir heute was zu Hämorrhoiden machen? Mir tut der Po so weh."


Seit ich die neue Kamera habe und seit letzter Woche auch noch ein Tele ist kein Motiv mehr vor mir sicher. Ich mochte die Vorgängerin schon gern, aber die Bildqualität jetzt ist nochmal um ein vielfaches besser. (Alles andere wäre bei dem Preis auch enttäuschend *hust*) Wie gut, dass die Natur, bis ich das beste Motiv überhaupt (aka Baby) fertig produziert habe, in die Vollen geht und Blüten noch und nöcher sprießen lässt. Ich hab mich für heute mal auf Magnolie und Himmel beschränkt, aber seid hiermit vorgewarnt, da wartet noch einiges. Kann jemand zufällig gute Literatur/Kurse empfehlen, wenn man sich noch ein bisschen theoretischen Background aneignen möchte? Ich bin auch noch auf der Suche nach einer Kameratasche, die nicht instant Augenkrebs verursacht.


 A propos Empfehlungen: Ich nehme mit Kusshand auch Tipps für Leipzig entgegen. In eineinhalb Wochen wollen der Naturwissenschaftler und ich Konzertkarten fürs Gewandhausorchester einlösen und der Drumrum-Plan ist noch komplett offen.
Wenn ich schon im Fragenmodus bin. Wie hieß dieser Seilspringspruch eigentlich in unserer Kindheit? Ich habe in letzter Zeit berufsbedingt einige Zeit seilschwingend auf Pausenhöfen verbracht. Die Kinder heutzutage grölen dazu "Verliebt, verlobt, verheiratet geschieden, wie viele Kinder wirst du kriegen? 1 - 2 - 3 -4 usw.". Vielleicht trügt mich meine Erinnerung, aber ich bin recht sicher, dass Scheidung bei uns noch nicht Bestandteil war, oder? Und mal angenommen ich liege richtig, wie krass ist denn bitte dieser gesellschaftliche Wandel innerhalb von gerade mal 20 Jahren? 


Freitag, 24. März 2017

Strickfasten - Auf den Nadeln

Neulich habe ich ja schonmal erzählt, dass ich die Strickerei wieder für mich entdeckt habe. Angefangene Projekte und vor allem haufenweise Wolle und große Pläne dazu im Hinterkopf habe ich ja ohnehin in beschämender Menge, vor allem angesichts des mäßigen Outputs. Als ich zu Beginn der Fastenzeit also auf der Suche nach einem guten Vorsatz war und Knechten ohne Süßigkeiten und mit übermäßigem Sport dank des Babybauchs schonmal raus waren, kam ich auf die Idee das ein oder andere Strickstück fertigzustellen.

Massiv motivationssteigernd war, dass ich das Glück hatte als Teststrickerin für dieses wunderbare Tuch fungieren zu dürfen. An Dreieckstüchern überlege ich schon seit Jahren herum, ob sie zu mir passen, wie man sie am besten "unaltmodisch" kombiniert und so weiter. Letztlich war die Zeit dann wohl reif und ich habe die Gelegenheit gern ergriffen. Die Suche nach der Originalwolle war eine wahre Odyssee, bei der ich sämtlich BC Garn Bezugsquellen im Umfeld nach und nach befragt und abgeklappert habe, bis ich mit einer Woche Verspätung dann doch online bestellt habe und mit einer weiteren Woche Verzögerung endlich zu den Nadeln greifen konnte. Dem zeitweiligen Beschäftigungsverbot sei es gedankt, dass ich dann doch recht schnell Erfolge verzeichnen konnte und auch gut bis Ende März fertig werden kann.


Eigentlich ist es ja ziemlicher Quatsch für das Sommerbaby zu stricken. Grund eins ist offensichtlich: Sommerbaby. Wenn es warm wird braucht es ganz sicher keine wollenen Hosen und Jacken. Außerdem wachsen kleine Menschen ja auch dermaßen schnell, dass man länger strickt als sie das Kleidungsstück tatsächlich anhaben, bevor sie rauswachsen. 
Eigentlich also. Uneigentlich habe ich dennoch einen Pullunder für den nächsten Winter angeschlagen. Ein 100-Gramm-Knäuel, das ich irgendwann mal aus der Wollknoll-Restekiste gezogen habe und das laut Brennprobe aus reiner Wolle zu bestehen scheint, hat locker für diese Anleitung ausgereicht. Das Rückenteil ist fertig und vorne fehlt eigentlich auch nur noch der Teil mit den Knopflöchern. Aber meistens scheitert mein Gestrick gerade an so Fitzelzeug, für das man sich (auch wenn es eigentlich nur fünf Minuten wären) konzentrieren muss. 


Und zu guter Letzt ein weiteres Teil, das auf einmal Denkarbeit erforderte und nicht mehr nur einfach geradeaus ging. Letztes Jahr habe ich im Februar bereits gezeigt, dass ich diesen Pulli angefangen habe. Sobald es an die Ärmel ging, hat mich dann die Lust verlassen mit einem Nadelspiel weiterzumachen und das gute Stück ging in die Sommerpause, aus der es gerade erst langsam wieder erwacht. Fertig wird von den alten Karteileichen also nur eine, aber immerhin. Vielleicht trägt mich die Euphorie ja noch ein Weilchen weiter. Immerhin liegen ja noch zwei andere angefangene Pullover hier... (Von der großen Sockenwollbestellung, als bei Drops Aktionswochen waren, ganz zu schweigen.)


All das darf jetzt auf zu auf den Nadeln, wo auch ganz viele andere fleißige Menschen zeigen, was sie diesen Monat so werkeln. Ich stöbere ja gern. Hat nur den großen Nachteil, dass die Wunschliste noch länger wird.