Dienstag, 13. September 2016

September 12/12

Meine zweiten 12/12, die wie immer hier gesammelt werden. Nachdem die letzten Monate ganz im Zeichen der Abgabe standen, hat sich nun wieder die Zeit gefunden. Am Montag ging in Ba-Wü die Schule wieder los und auch bei mir war am Sonntag Rückreisetag. Somit bestand mein 12. September leider hauptsächlich aus Hin- und Hergeräume. Na, wenn das mal nicht spannend klingt.



In aller Herrgottsfrühe aufgestanden, um den Miturlauber, der schon wieder arbeiten muss, zum Bahnhof zu bringen. Vermutlich auch erst auf dem Rückweg wirklich aufgewacht.
Allerspätestens aber beim Frühstück. Dieses selbstgemachte Roggenvollkornbrot möchte mit voller Aufmerksamkeit (und Kraft) gekaut werden. Manch ein familiärer Banause spricht sogar davon, es sei zu fest geworden, tzzz. Apfelschnitze gelten in diesem speziellen Fall übrigens als Hommage an das klassische Ferienfahrtsessen: Apfelschnitze und hartgekochte Eier. Man muss sich seinen Urlaub so lange wie möglich erhalten.




Der Miturlauber und ich haben unsere Apfelschnitze stilecht im T4 während des Staus am Fernpass verspeist. Überhaupt waren diese paar Quadratmeter Dreh- und Angelpunkt meines ersten richtigen Campingurlaubs. Dementsprechend sah es dann leider auch aus und ich habe den noch relativ kühlen Vormittag genutzt, um unzählige Male Sachen herauszutragen, alles zu saugen, zu wischen und ihn dann dem rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.




Vor dem Urlaub habe ich schon die ersten Kisten aus der nunmehr bald ehemaligen Unistadt mitgenommen, was ein akutes Platzproblem mit sich bringt. Die alten Italienisch- und die neuen Surfunterlagen haben gerade noch so einen Platz gefunden, danach musste erst mal altes Zeug weichen. Mit Hilfe der Restfamilie haben wir es immerhin auf sechs Säcke für die Altkleidersammlung gebracht, die jetzt zumindest ein bisschen neuen Stauraum bieten. Leider bei weitem nicht genug. Wie kann ein einziger Mensch nur so viel Krempel anhäufen?



Während die Familie dann dem Aufräumwahn verfiel (Mein Bruder hat alle Spiele neu sortiert und auf Vollständigkeit geprüft (sollte ich jemals Kinder haben, brauchen die definitiv kein neues Spielzeug) habe ich mit Jan und Olli im Ohr Mittagessen gekocht und mich dafür im Anschluss mit Kaffee und Kuchen verwöhnen lassen. Ich wünschte diese Auswahl wäre normal, kam aber nur durch eine Kuchenspende von Oma zustande.
Damit das Essenangebot nicht abreißt, habe ich mich dann zur Betüddelung meines Sauerteigs entschlossen. Schon im Urlaub habe ich mich darauf am meisten gefreut. Vielleicht sollten sich alle Menschen einen Sauerteig halten, damit sie lieber wieder zurückkommen?



Was eigentlich nur eine kurze Lesepause werden sollte (man bewundere Bräune und Blessuren - alles vom Surfen) wurde schließlich ein ausgedehnter Mittagsschlaf, bis die liebe S. (Hu hu!) anrief.
Einen Großteil meines Krempels machen übrigens neben Küchenkram meine Bücher aus. Diese hier fanden ein provisorisches Zuhause auf dem Kleiderschrank. Weil auf der Heizung kein Platz mehr war. In mehreren Reihen. Und es sind noch nicht mal alle. Oh weia.




Gemeinsames Essen mit allen und frisch auftautem, eigenem Brot. Während ich in Italien war, hat sich ein anderer Teil der Familie in Frankreich aufgehalten und haufenweise Käse importiert. 
Vor dem abschließenden mit-Buch-ins-Bett wurde dann nur noch die zweite Sauerteigbetüddelungsrunde gestartet (Könnt ihr sehen, wie braun ich bin? Also zumindest bis zur Neoprenkante.). Im Idealfall wird daraus am Mittwoch ein Bierbrot. Es bleibt also spannend.



Freitag, 2. September 2016

Work in progress

Das schöne an längeren Freizeitphasen ist ja dieser Punkt, an dem man plötzlich nicht mehr nur aufgabenlos und unbeschäftigt ist sondern in einen kreativen Flow kommt. (Gibt es dafür denn auch ein schönes deutsches Wort?)
Bei mir äußert sich das meist in Projekten, die in irgendeiner Form die Finger beschäftigt halten. Daher ein kurzer Einblick in mein Gewerkel der letzten paar Tage.

Ewiger Favorit und grundsätzlich beste Beschäftigung ist ja eh immer Bücherstapel ablesen. Von den ersten habe ich hier ja schon berichtet. Nicht auf dem Bild, aber dafür eine Empfehlung mit Ausrufezeichen ist "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells. Alle anderen, die bereits loben haben Recht und auf bei mir wird es wohl in die Top 5 des Lesejahres 2016 einziehen. Ein Liebesbrief an die Literatur, an die Liebe, ans Leben, ans Traurigsein, ans Weitermachen, ans Scheitern und ans Festhalten. Ich hab gelacht und geweint und in schönen Sätzen und Gedanken gebadet.
Unbedingt lesen!



Sukkulenten sind ja momentan überall und auch ich habe mir schon vor einiger Zeit welche angeschafft. Leider gab es die gärtnerischen Fähigkeiten nicht inclusive und das dumme Ding wuchs schneller in die Höhe als Bambus. Na ja, das Internet weiß für alles eine Lösung und im Idealfall habe ich innerhalb der nächsten Wochen nicht nur eine Originalpflanze, sondern auch diverse Mini-Ableger. Umgetopft habe ich bei der Gelegenheit auch gleich und irgendwann wird der grüne Daumen schon auch noch kommen.



Beschäftigung Nummer 1 ist aber mein Sauerteig, denn ich letzte Woche, dank jahrelangem Mitlesen endlich angesetzt habe. Und obwohl ich ansonsten Temperaturen über 30 Grad für ein (um ehrlich zu sein nicht mal notwendiges) Übel halte, haben sie meinem Sauerteigbaby zu wahrer Schönheit verholfen. Seither betüddle und pflege ich ihn mit mütterlichem Stolz, trage ihn in die Wärme und in die Kälte, rede ihm gut zu, verteile fleißig die Ableger-Nachkommenschaft und schrecke auch nicht davor zurück ihn im Auto aufzubewahren, wo er es besonders warm und kuschelig hat. Für die Rundumbetreung belohnt er mich mit einer stattlichen Anzahl perfekter Blubberbläschen und beinahe schon zu luftigen Ergebnisse. Brot Nummer 5 backt gerade vor sich hin und ich fürchte hier demnächst eine wahre Brotparade aufzufahren. Seid gewappnet.



Sonntag, 21. August 2016

Aprikosenknödel


Aprikosenknödel sind bei uns eine Art Familienessen. Eingeführt durch die österreichischen Wurzeln des Opas und dann vor allem von meiner Oma zubereitet. Das war als Kind schon immer ein Highlight, zu dem die ganze Familie kam, ungeheure Mengen aufgetischt wurden und dann feierlich das Essen zelebriert wurde. Inclusive der Ansage: "Iss, soviel du kannst" und dem Vergleichen der Knödelanzahl. Ich erinnere mich noch, wie mein Opa mit der Menge früherer Zeiten angab und wieviele mein Onkel zu seinen besten Zeiten angeblich verdrückt hat.


Zugleich an dieser Stelle auch gleich eine Warnung: Fixe 5-Minuten-Küche ist das in der Tat nicht. Lohnt sich dafür aber wirklich. Versprochen!
Das Rezept stammt aus den "Perlen der Wiener Küche" von Franz Ruhm. Ein Buch, das es meines Wissens nach, nur noch antiquarisch gibt, das dementsprechend in der Familie gehütet wird. Übrigens auch noch ein Rezept mit Dekagramm - sehr sympathisch.


Zutaten für den Teig:

- 60 Dekagramm/600 Gramm vorgekochte, erkaltete Kartoffeln (Tipp: Am Besten noch welche vom Vorjahr verwenden)
- 12 Dekagramm Weizenmehl
- 8 Dekagramm Weizengrieß 
- 2 Dekagramm weiche Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz

Dies alles zu einem glatten, festen Teig kneten. Auf keinen Fall Wasser hinzufügen! Dann auf einer gut bemehlten (viel hilft viel!) Fläche etwa bleistiftdick auswellen.


Die Aprikosen werden gewaschen und entkernt. Statt des Kernes wird in jede Frucht ein Würfelzucker gesteckt. Anschließend kann der Teig in in etwa 5cm große Vierecke geschnitten werden, in die dann nahtlos eine Frucht eingewickelt wird.
In einem breiten Topf dann leicht gesalzenes Wasser erhitzen und die Knödel für 8 bis 10 Minuten langsam kochen.
Nebenbei aus

- 8 Dekagramm Butter
- 10 Dekagramm Semmelbrösel
- 1 EL Zucker (den lasse ich weg)

feinbraun geröstete Semmelbrösel machen.


Die Knödel abtropfen lassen, mit den Bröseln überstreuen, darüber nochmal Puderzucker streuen und dann nur noch schmecken lassen.
Etwas später im Jahr schmecken die Knödel übrigens auch mit Zwetschgen ganz hervorragend.
Wenn ihr sie macht erzählt doch mal: Wieviele habt ihr geschafft? 


Dienstag, 16. August 2016

Sommerlesen - Kurzrezensionen

Die Geliebte des Gelatiere - Daniel Zahno

Erzählt wird die Geschichte von Alvise, der sich bereits in seiner Kindheit verliebt - in Eis und in Noemi. Beides begleitet ihn auf seinem Lebensweg, von seiner Kindheit, über Studium, Beruf und diverse Liebschaften hinweg. 

Sprachlich kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Klar, schnörkellos und in einem flotten Tempo führt Zahn auf den knapp 200 Seiten durch die etwa 35 Jahre Handlung. Da ist nichts verschwurbelt oder unnötig aufgeblasen, da müssen die Geschmacksrichtungen nicht mit allzu blumigen Vergleichen geschildert werden, da wird straff vorwärtserzählt.

Die erste Hälfte hat mir auch inhaltlich gut gefallen. Venedig wird ganz wunderbar und wie nebenbei geschildert und bildet eine schöne Grundstimmung. Ab der ganzen Durchfallgeschichte und vor allem am Ende war ich dann ein bisschen unzufrieden. Liegt aber vielleicht auch an mir



Ein plötzlicher Todesfall - J.K. Rowling

Nachdem mir die Robert Galbraith Romane so gut gefielen und der neuste Harry Potter Teil gerade in aller Munde ist habe ich mir den plötzlichen Todesfall besorgt und bin am Ende etwas zwiegespalten. 
Vorneweg: Der Roman um die Einwohner der kleinen Stadt Pagford ist keineswegs so schlecht, wie einen die ein oder andere Kritik glauben machen mag. Allerdings fand ich die schiere Anzahl der handelnden Personen und der Verknüpfungen zwischen ihnen zunächst wirklich schwer im Auge zu behalten. Letztlich habe ich die ersten sechzig Seiten nochmal gelesen, ganz klassisch mit Stift in der Hand und einer Liste der Figuren.

Dann lesen sich die rund 570 Seiten aber rasch und entspannt. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Sichtweisen bringt dem Leser jede Figur näher und verdeutlicht das klassische Kleinstadtgewebe.
Allzu freundliche ist die Sicht auf Stadt und Menschen allerdings nicht. Da wird gemauschelt und getrickst, die meisten sind irgendwie unzufrieden. Nichtsdestotrotz macht es Spaß zu lesen, zieht nicht runter. Kurz: Kann man ruhig mal machen.



Unterm Strich waren beide Bücher gut zu lesen, werden wohl aber kaum ins Lieblingsbücherregal wandern und immer wieder durchschmökert werden. Wer zuerst hier schreit darf sie gerne haben. Egal was, sucht euch einen schönen Platz und lest, liebe Menschen. Lesen ist toll!

Montag, 8. August 2016

Zeitungstermine der letzten Zeit

Ich habe immer noch am Spruch einer Freundin zu knabbern, die, als ich einst mit voller Zeitungs-Neulings-Euphorie von meiner Schreiberei berichtete, einmal sagte: "Also ich könnte das ja nicht, das wäre mir zu langweilig." 
Versteht mich nicht falsch, es gibt bestimmt manchmal spannenderes als das 70-jährige Jubiläum von Verein xy, aber derjenige, dessen Job 24/7 nur großartig ist, darf sich als erster bei mir melden. Im Großen und Ganzen kann man nämlich auch bei Verein xy sehr netten Menschen begegnen und mit der richtigen Haltung zu fun facts (Ich steh ja auf sowas. Fun facts sind super! Gestern erst habe ich die Grundlagen der Pferdezucht erlernt.) erfährt man tatsächlich auch dort das ein oder andere. 
Immer mal wieder tun sich aber auch wahre Juwelen auf. Termine, die einem völlig neue Perspektiven eröffnen, die mir Erfahrungen ermöglichen, die ich sonst nicht machen könnte oder die mir Begegnungen ermöglichen, die lange nachwirken. 


Highlight in der Kategorie Action und schreiberische Herausforderung war mein Besuch bei der Bergwacht. Bei zwei möglichen Rettungsszenerien durfte ich als Übungsopfer herhalten. Einmal im abschüssigem Waldgelände, in dem ich ärztlich versorgt und  dann in diesen wundervollen Karren (man kennt vom Skifahren) verfrachtet und hochgezogen wurde. Und direkt im Anschluss am 25m hohen Kletterfelsen, von dem ich erst abgeseilt und dann gerettet wurde.

Es scheint ein kleiner Adrenalin-Junkie in mir zu schlummern. So viel Spaß und hautnahes Abenteuer hatte ich bislang noch bei keinem Termin. Schreiben durfte ich das ganze dann als meine erste Reportage. Definitiv eine schöne Art zu schreiben, würde ich gern mal wieder machen.

Sollten hier zufällig Menschen mitlesen, die jemanden brauchen. der über Reisen oder Abenteuertrips schreibt... Ich hätte Zeit. 
Ich würde dann auch ordentliche Schuhe anziehen. Es war zugegebenermaßen ein bisschen gedankenlos mit Ballerinas zur Bergwacht zu gehen. 




Während ich der Bergwacht uneingeschränkte Vorschuss-Sympathie entgegenbrachte hatte ich bei den Reservisten im Vorhinein doch leise Zweifel. (Im Nachhinein übrigens immer noch. Schön, wenn sich Klischees bestätigen.)

Spaß hatte ich trotzdem. So durfte ich nicht nur (stehend, mit Kopf aus der Luke und Fahrtwind um die Ohren) mit dem Panzer durch die Gegend brettern, sondern hab auch die ersten fünf Schüsse meiner Lebens abgefeuert. Peinlicherweise haben die ersten drei nicht einmal das Blatt gestreift. Die letzten beiden Schüsse, die ich dann (gegen Eitelkeit und für klare Sicht) mit Brille ausgeführt habe, finde ich aber bei aller Bescheidenheit ganz gelungen. 
Long story short: Wenn ich beruflich Sachen machen darf, zu denen man sonst keine Möglichkeit hat, mag ich meinen Job immer noch ein bisschen lieber. 

Mittwoch, 3. August 2016

Cold Brew





Irgendwo in den unendlichen Weiten des Internets bin ich neulich über Cold Brew gestolpert. Kalter Kaffee scheint das Ding der Saison zu sein. Den vollmundigen Versprechungen zufolge schmeckt kalt aufgebrühter Kaffee milder als herkömmlicher Kaffee und hat durch die schonende Zubereitung weniger Säure und weniger Bitterstoffe. Die MA ist endlich abgegeben, die wunderschöne, alte Kaffeemühle meiner Uroma wird eh viel zu selten genutzt. Kurz es gab kein Halten mehr.

Ich habe also

100 gr. Kaffeepulver und
500 ml. Wasser (Leitungswasser oder bei besonders kalkhaltigem Wasser mit stillem Mineralwasser 

gemischt und das ganze 12 Stunden in einem geschlossenen Gefäß stehen lassen. Ich habe Mokkapulver genommen, das grundsätzlich schon runder und weicher schmeckt. Übrigens nicht wundern, das ist richtig, richtig viel Pulver. Nach der Wartezeit dann abfiltern und entweder gleich trinken oder ein paar Tage in den Kühlschrank packen.



Ich habe mal wieder festgestellt, dass ich eigentlich keinen Kaffee mag, der nicht zu mindestens zu 75% aus Milch und Zucker besteht. Ich bin also definitiv nicht die richtige Versuchsperson. Alle anderen waren aber tatsächlich sehr angetan. Kaffeeliebhaber schmecken wohl tatsächlich einen Unterschied zwischen zu heiß gebrühtem Kaffee. Der Naturwissenschaftler meines Vertrauens hat sich die gesamte Kanne gesichert und dann empfohlen für die weiteren Versuche ein Laborjournal anzulegen und dort genau zu protokollieren, wie sich unterschiedliche Kaffeesorten auf den Geschmack auswirken.

Unter streng wissenschaftlichen Versuchsbedingungen wurde also ein zweiter Versuch mit Espressopulver gestartet. Funktioniert, trotz gegensätzlicher Stimmen, auch hervorragend. Weil wir schon und korrekte Ausführung des Experimentes bemüht waren kann ich hier auch verkünden, dass beim zweiten Versuch etwa 300 ml übrig blieben. Eiswürfel und Sojamilch haben wir als perfekte Kombipartner gekürt. Vor allem die süße Vanillenote der Sojamilch macht sich gut. Dann müsst ihr euch nur noch in den Schatten des nächsten Schmetterlingsflieders legen, dem regen Flattern zuschauen und möglichst wenig bewegen, um jegliche Schwitzigkeit zu vermeiden. 




Samstag, 9. Juli 2016

Strawberry fields, Frage und twitter

Schon jetzt liegt die Erdbeerzeit in ihren letzten Zügen. Daher noch schnell ein paar Bilder vom Pflücknachmittag mit der Lieblingsnachbarin und dem Limettenkuchengelage.
Weiß irgendwer da draußen, warum man von Erdbeerfeldern so komischen Ausschlag bekommt? Lauter rote Punkte, die jucken wie bescheuert. Liegt das an den Blättern, an den Spritzmitteln oder an was ganz anderem?



In zehn Tagen muss die Masterarbeit, an der zumindest die weitere akademische Karriere hängt, fertig und abgegeben sein. Die unglaublich kreative Wahl der Erdbeerfeld-Ohrwurms spricht wohl für sich. Das Hirn ist ausgewrungen, sämtliche ungenutzten Winkel sind mit nackter Angst besetzt. In diesem Sinne werde ich an dieser Stelle auch mal weiterarbeiten gehen ;)




Seit einiger Zeit bin ich auch bei twitter unterwegs. Ihr findet mich unter gudrunella. Mal schauen, ob ich den Bruder bestechen kann mir eine direkte Weiterleitung einzubasteln oder ob ich mich selber drum kümmere, wenn die Zeit wieder da ist. Kommt auf jeden Fall.
Bis dahin liebe Menschen: Esst noch die letzten Erdbeeren!



Montag, 13. Juni 2016

12 von 12 - Premiere

12 von 12 lese ich schon lange auf verschiedenen Blogs mit, bin aber wie fast immer enorm kommentierfaul, obwohl ich wenig so spannend finde wie ganz normalen Alltag. Ohne noch mehr Vorgeplänkel hier nun mein Tag - klassischer Wochenend-Zeitungstag. 


Der Sonntag begann mit Regen. Und nachdem ich am Abend zuvor noch weg war und erst kurz nach drei tatsächlich im Bett befand ich es für dringend notwendig mich einfach nur umzudrehen, einzukuscheln und weiterzuschlafen.


Mehr als ein kurzer Zwischenstopp beim am Frühstückstisch war dann leider auch nicht mehr drin. Wer zwei Zeitungstermine hat muss gut zwischen Frühstück und Schlaf abwägen.


Semi-spannende Eröffnung des Tags des Gartens. Ging immerhin schnell vorüber. Seit mehr als einem Jahr hopfe ich ja inzwischen auf den verschiedensten Veranstaltungen rum und begegne so mindestens aller zwei Wochen dem Oberbürgermeister, der sich gestern aus heiterem Himmel einfach  vorstellte. Das war leider dermaßen unerwartet und absurd, dass ich leider nur wortlos zurücklächeln konnte. 


Zweiter Termin: Indiensonntag. Zwei Stunden nach Beginn einlaufen, Terminplanungskünste des Chefs bewundert aber immerhin noch einen recht spannenden Vortrag des indischen Sozialarbeiters über seine Arbeitsbedingungen mitgenommen.


Bei Curry fleißig mitgeschrieben. Gepriesen seien Termine mit Verpflegung.


Heimgekommen und nur noch ein bisschen Salat mitgemümmelt.


Katze um ihren Mittagsschlaf beneidet. Stattdessen mit Kaffee motiviert und den ersten Drängel-Anruf aus der Redaktion entgegengenommen. 


Drei Artikel verfasst und das Internet verflucht, dass pro Bild etwa eine Viertelstunde zum Versenden braucht.


Also alle Dateien auf einen Stick gepackt und mit der neuen fest & flauschig Folge im Ohr in die Redaktion gefahren. Lucky you, Telekom. Ohne Podcast hätte ich böse Mails im Kopf vorformuliert.


Mit einer Folge Gossip Girl ins Bett entschwunden. Letzte Woche angefangen, nachdem ich irgendwie zuvor nie richtig reinkam. Dann erst einen heftigen Dan-Crush entwickelt und jetzt mit dieser albernen Mordsache eigentlich schon wieder keine Lust mehr. Nach zehn Minuten bin ich eh eingeschlafen. 


Um neun bin ich wieder aufgewacht. Lange und späte Mittagschlafzeiten sind nicht besondern sinnig.  Der morgendliche Dusch-Stop fiel der Hektik zum Opfer und weil sich noch ein spontaner Besuch ankündigte wurde das dann noch nachgeholt.


Letzter Stop des Tages: Besuch am Bahnhof einsammeln. 

Mittwoch, 8. Juni 2016

Zeitungsgeschichten - Es menschelt

Am Ende jedes Monats erstelle ich für die Zeitung immer eine Auflistung aller gefahrenen Kilometer. Meist sitze ich am Ende da und bin ganz erstaunt, was sich in vier Wochen so alles angesammelt hat und wie viel ich unterm Strich tatsächlich gearbeitet habe. Außerdem fühlt es sich jeden Mal wie eine Mini-Zeitreise im Schnelldurchlauf durch den vergangenen Monat an.
Noch krasser ist dieses Gefühl übrigens, wenn ich ca. aller drei bis vier Monate den wachsenden Zeitungsstapel aussortiere und beim Lesen der Artikel sich direkt das Gefühl des jeweiligen Termins einstellt und die Begegnungen und Unterhaltungen wieder direkt vor einem stehen.

Mein absolutes Highlight des Mais war ein Mann, der mir (weil ich zu langsam für ein gutes und wichtiges Photo war) superschnell und vor allem superlieb seines zur Verfügung gestellt hat. Dieses Gefühl zu wissen, man hat das eine Motiv des Termins verpasst, ist wirklich mehr als unangenehm. Dummenglück, habe ich später meiner zuvor schon zugejammerten Mama gesimst, als ich noch beim Termin bereits die Mail im Postfach hatte.



Ebenfalls ein denkwürdiger Termin war bei einer "Service-Organisation berufstätiger Frauen." Selten erlebt man den Unterschied zwischen berufstätig und arbeitend so hautnah. Berufstätig sind die oberen Zehntausend - Lokalzeitungstippse ist, wie sämtliche anderen niederen Tätigkeiten, übrigens nur arbeitend. Die Ladys, die etwa mit dem Rotary Club oder dem Lions Club vergleichbar sind haben zehnjähriges Club-Jubiläum gefeiert. Elf Mitglieder, zwei davon promoviert, eine adlig - alle biestig. Mit Gästen war das eine Gesellschaft von etwa 100 Frauen - darauf verteilt ca. 10 Dosen Haarspray, ein halber Liter Botox, der Lebensertrag von drei Perlentaucher und Funkelsteinchen noch und nöcher.
Wohltätigkeit, Netzwerken und Frauen voranbringen sind die Themen, die da zu beackern sind. 
Selten hab ich Frauen gesehen, vor allem in der Menge, die es den ganzen Abend schaffen zu schauen, als ob sie gerade in eine Zitrone beißen. Musikalische Beiträge (auch und vor allem gute) wurden konsequent mit Gesprächen begleitet und ein "Schon sehr laut, oder?" mit hochgezogenem Mundwinkel scheint eines der höchsten Komplimente zu sein. 

Dafür waren Essen und Ambiente vorzüglich, dank einer Vorwarnung meines Chefs hatte ich mich ebenfalls ins chice (und im Laufe der Völlerei am Bauch etwas straff-sitzende) Kleid gezwängt und dank meiner Oma am Wochenende zuvor ein paar geerbte Perlen aufgefädelt. Nach über einem Jahr Zeitung lasse ich mich inzwischen auch nicht mehr einschüchtern, grinse in mich hinein, schreibe im Geist einen Artikel und genieße ansonsten das Essen.
Am Ende des Abends habe ich tatsächlich noch eine nette Gesprächspartnerin ausfindig gemacht, die mich in sämtliche Kleinkriege und Streits innerhalb der Gemeinschaft eingeweiht hat und mir sogar die zu erwerbende Tischdeko geschenkt hat. 

Unterm Strich: Ein schöner Monat, schöne Begegnungen, lehrreiche Begegnungen (auch wenn ich jetzt fleißig lästere haben diese Clubs wahrscheinlich nicht nur ihre Berechtigung, sondern sind in gewissen Kreisen und Positionen wahrscheinlich ganz sinnig - Man erleuchte mich an dieser Stelle bitte mit Insiderberichten), es bleibt nur eine Frage:
Wie handhabt man das denn mit Essen und Getränken? Auf dem Programm der Ladys stand Getränke sind selbst zu tragen, der Rest ging bereits über die Anmeldegebühr.
Was davon zahlen denn studierende Nachwuchs-Schreiberlinge ohne nennenswertes Einkommen?